OLG Hamm (Urteil v. 13.02.2014, Az.: 22 U 98/13): Anwendbarkeit der MFM-Tabelle bei „Fotoklau“ durch Onlinehändler

Das OLG Hamm hatte sich in seinem Urteil vom 13. Februar 2014 mit der Anwendbarkeit der MFM-Tabelle bei „Fotoklau“, also bei unberechtigter Nutzung von Fotos zu befassen.

Bei der MFM-Tabelle handelt es sich um Honorarempfehlungen der Mittelstandsgemeinschaft Fotomarketing, die für die Berechnung des Schadensersatzes bei „Fotoklau“ bestimmte Werte bzw. Empfehlungen angibt.

Das Gericht musste entscheiden, ob die Werte aus der MFM-Tabelle, die grundsätzlich für professionelle Fotografen bzw. Berufsfotografen anwendbar ist, auch bei einfachen und nicht professionell angefertigten Produktfotos gelten. Dies hat das Gericht im Ergebnis bejaht, jedoch einen 60 %-igen Abschlag vorgenommen.

In dem Rechtsstreit hatte die Klägerin den Beklagten auf Zahlung von Schadenersatz für die unberechtigte Nutzung einer größeren Anzahl von Produktfotos in Anspruch genommen. Die Höhe des Anspruches war zwischen den Parteien streitig. In der Vorinstanz wurde der Beklagte zur Zahlung von Schadensersatz verurteilt, dessen Höhe zu 100 % den Werten aus der MFM-Tabelle entsprach.

In der Berufung, über die das OLG Hamm zu entscheiden hatte, hat das Gericht ausgeführt, dass bei Berufsfotografen wegen der technischen Voraussetzungen eine höhere Qualität der Bilder gegeben sei und damit auch der zu zahlende Preis für die Produktbilder höher sei. Daher sei zu prüfen, ob das konkrete Lichtbild insgesamt als professionelles Werk anzusehen sei, das am Markt entsprechende Preise erzielen könnte, oder ob es sich um ein einfaches Bild handele. Für nur einfache Produktbilder und Bilder von geringer Qualität seien Abschläge von den Werten aus der MFM-Tabelle vorzunehmen. In diesem Fall habe es sich um äußerst simple Produktfotografien ohne jedwede Schaffenshöhe gehandelt, weshalb ein Abschlag von 60 % vorgenommen worden sei.

Ihr Rechtsanwalt
Lars Hämmerling

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